Pokemon Rot / Blaue wird 20! #Pokemon20

Begonnen hat meine Reise in die Welt der Taschenmonster sogar vor dem Release Date in Europa (Oktober 1999). Als dicker, 9-jähriger Nintendo-Fanboy befand ich mich in einem mittlerweile nicht mehr existenten Spieleladen, um mich an der Demoplaystation sinnlos darüber zu beschweren wie schlecht die Konsole doch ist. Während ich meinen Blick angeekelt abwandte streifte ich damit ein Lösungsbuch im Regal daneben. Darauf abgebildet war eine große Schildkröte mit Kanonen im Panzer versteckt. Japanische Lettern sagten mir nicht viel, aber ich war sofort interessiert!

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Mein Japanisch war damals noch nicht so gut… Aber hey, eine Schildkröte mit Kanonen!

Mit meinem Taschengeld kaufte ich mir sofort ab Erscheinen die Blaue Edition – die mit der großen Schildkröte – und mein Bruder die Rote. Und ich war sofort gefesselt. Ich erinnere mich noch sehr genau an das überwältigende Gefühl als ich bei Professor Eich mein erstes Pokemon, natürlich Glumanda, aussuchen durfte. Ein paar Taubsis und Rattfratz später stieg es ein paar Stufen auf und lernte Glut. Danach der erschütternde Kampf gegen Rocko. Dieses verdammte Onix…

Jedenfalls schlug dieses Spiel in meinem Freundeskreis Wellen, riesige Wellen. Zusätzlich mit dem Anime auf RTL 2 fasste uns das Pokemon-Fieber. Wir spielten zu Hause, am Fußballplatz, am Spielplatz und im Freibad. Der Gameboy war immer dabei, natürlich auch Ersatzbatterien. Wir redeten über nichts anderes als unsere kleinen, virtuellen Gefährten. Man redete mit anderen Kindern in der Schule, die einem sonst egal waren. Aber sie hatten einen Gameboy mit Pokemon in der Hand, also konnten sie nicht so schlimm sein! Mit Link Kabel tauschte man und ab und an wurde auch gekämpft. Selbst in den Mainstream Medien fand man Pokemon wieder: So war die Kinderwette bei „Wetten, dass…?“ das zitieren aller 151 Pokedex-Einträge. Oder die Frage bei Wer Wird Millionär: „Was ist kein Pokemon?“ als 16.000 € Frage (das Äquivalent der damaligen Schilling Version ist mir jetzt entfallen…)

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Frodo, Frodo!

Man beachte, dass niemand von uns zu dieser Zeit Internet hatte. Heute gibt es umfassende Enzyklopädien wie Bulbapedia, in denen alles genauestens dokumentiert ist. Das hat zwar auch seine Daseinsberechtigung, aber die Spannung die ich damals empfand als ich merkte, dass ich mein Ultrigaria mit einem Blattstein zu Sarzenia weiterentwickeln konnte, wird nichts mehr toppen können. Jedes neue Pokemon-Level barg die Hoffnung auf eine neue, coole Attacke. Jeder Spieler erfuhr seine eigene Geschichte, mit seinen eigenen Pokemon. Dass man den Spitznamen von getauschten Pokemon nicht mehr ändern konnte sprach dafür dass GameFreak, die Entwickler, verstanden hatten dass es sich hier um mehr als nur einen Haufen aus Pixeln und Zahlen handelte. Es waren Gefährten, die einen auf der Reise zum Champ begleiteten.

In dieser Generation traf ich auch mein ewiges Lieblingspokemon, Nebulak, und in weiterer Folge Gengar. Gengar mit seinem Spukball haut selbst heute noch ordentlich rein. Ich fand Nebulak so cool, dass ich an einem Gewinnspiel einer Zeitung teilnahm. Ich schrieb eine seitenlange Geschichte über die Abenteuer von mir und meinem Nebulak, die damit endete, dass es sich entwickelte!

Die nächste Generation an Pokemon – Gold, Silber und später Kristall – verstärkten diesen Effekt um das gefühlte 100-fache. Nachdem der Hype in den darauffolgenden Spielen etwas abflaute, belebte die neueste Generation mit X und Y die Welt der Pokemon für mich wieder. Mit großer Sicherheit werden diese Spiele immer ein Teil meines Lebens sein, und jede neue Generation ist ein Pflichtkauf für mich. Selbst wenn man die Euphorie von früher nicht mehr wiederbeleben kann, so hoffe ich doch, dass die Kinder von heute ebenfalls in den Genuss der verrückten, spannenden und mittlerweile auch strategischen Welt von Pokemon kommen können. Gotta catch ʼem all!

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